EMS Startbild aus der Produktion

Schaltungswissen

Definition eines Mikroschalters

Mikroschalter allgemein

Ein Mikroschalter ist ein kompakter elektromechanischer Schalter, der schon bei einer kleinen mechanischen Betätigung einen elektrischen Kontakt zuverlässig öffnet oder schließt.

Der MS007 ist ein kompakter Mikroschalter, der speziell für präzise und zuverlässige Schaltvorgänge entwickelt wurde. Sein Schaltsystem basiert auf einer integrierten Blattfeder ohne zusätzliche Rückstellfeder. Dadurch erreicht der Schalter ein definiertes Umsprungverhalten, eine hohe Schaltgenauigkeit und gleichzeitig einen vergleichsweise großen Nachlaufweg.

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Schnittdarstellung des Mikroschalters MS007

Schaltstellungen eines Mikroschalters

Benennung Funktion Schaltbild
1 – Wechsler
changeover (CO)
In der Ruhestellung ist der Anker mit dem Oberkontakt verbunden. Wird der Betätiger gedrückt, wird der Kontakt zwischen Anker und Oberkontakt getrennt und zwischen Anker und Unterkontakt geschlossen. Schaltbild Wechsler mit den Anschlüssen COM, NC und NO
2 – Öffner
normally closed (NC)
In Ruhestellung ist der Schaltkreis durch den Anker und Oberkontakt geschlossen. Bei Betätigung des Schalters öffnet der Oberkontakt den Schaltkreis. Schaltbild Öffner mit den Anschlüssen COM und NC
4 – Schließer
normally open (NO)
In Ruhestellung ist der Schaltkreis durch den Anker und Oberkontakt geöffnet. Bei Betätigung des Schalters schließt der Unterkontakt den Schaltkreis. Schaltbild Schließer mit den Anschlüssen COM und NO

Werkstoffe der Schalter­komponenten

Werkstoff­angaben

Kontaktanschlüsse – CuSn oder optional CuZn verzinntGute elektrische Leitfähigkeit bei hoher mechanischer Belastbarkeit
Dichtung – Silikon vulkanisiert und getempert (IP6K7)Elastisch, temperaturbeständig und zuverlässig abdichtend
Flapper – Edelstahl plattiertHohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit bei guten Kontakteigenschaften
Stößel – POMFormstabil, verschleißfest und reibungsarm
Gehäuse / Deckel – PBT GF oder optional PA 6.6 GFHohe Steifigkeit, Festigkeit und Temperaturbeständigkeit
Federhebel – Edelstahl X10CrNi18-8Korrosionsbeständig, belastbar und mit guten Federeigenschaften
Kontakt Lebensdauer Stromstärke Spannung Übergangswiderstand
Ag min. 100.000 Zyklen 10 – 20 mA 12 V DC MS007 Ratio I: max. 50 mΩ (Neuzustand)
MS007 Ratio II: max. 150 mΩ (Neuzustand)
AgNi min. 50.000 Zyklen 10 mA – 1 A 12 V DC MS007 Ratio I: max. 50 mΩ (Neuzustand)
MS007 Ratio II: max. 150 mΩ (Neuzustand)
Au min. 100.000 Zyklen 10 mA (MS007 Ratio I)
20 mA (MS007 Ratio II)
12 V DC MS007 Ratio I: max. 50 mΩ (Neuzustand)
MS007 Ratio II: max. 150 mΩ (Neuzustand)
AgPd min. 50.000 Zyklen 5 mA – 2 A 12 V DC MS007 Ratio I: max. 50 mΩ (Neuzustand)
MS007 Ratio II: max. 150 mΩ (Neuzustand)

* Angaben in Bezug auf den MS007

Kraft-Weg-Diagramm

Positionen
FP Ruhestellung free position
OP Schaltpunkt operating position
TTP Zulässige Endstellung total travel position
RP Rückschaltpunkt release position
Wege
PT Vorlaufweg pretravel
OT Nachlaufweg overtravel
MD Differenzweg movement differential
Kräfte
OF Schaltkraft operating force
RF Rückschaltkraft release force
TF Max. Kraft in Endstellung total force
Kraft-Weg-Diagramm mit Betätigungskraft über Betätigungsweg und den Punkten FP, OP, RP und TTP

Definition der Umschaltzeit

Begriff Definition
Umschaltzeit Zeitspanne, die der Schalter für den Wechsel von einem Schaltzustand in den anderen benötigt.
Prellzeit Zeitspanne nach dem Schalten, in der die Kontakte kurzzeitig mehrfach öffnen und schließen können, bevor ein stabiler Kontakt erreicht ist.
Kontakt­öffnungs­strecke Abstand zwischen den geöffneten Kontakten im geschalteten Zustand.
Schematische Darstellung von Umschaltzeit und Prellzeit: Spannung in Volt über der Zeit in Millisekunden

Definition der Lebensdauer

Die Lebensdauer beschreibt die Anzahl an Schaltzyklen, die der Schalter unter definierten Einsatzbedingungen zuverlässig erreicht. Sie wird unter anderem durch elektrische Belastung, Betätigungsart, Geschwindigkeit, Temperatur und Umgebungsbedingungen beeinflusst.

Mechanische Lebensdauer

Die mechanische Lebensdauer beschreibt die Anzahl der Betätigungen, die ein Schalter ohne elektrische Belastung zuverlässig ausführen kann. Sie wird insbesondere durch die Einbausituation, die Art der Betätigung und die mechanische Belastung beeinflusst.

Elektrische Lebensdauer

Die elektrische Lebensdauer beschreibt die Anzahl der Schaltzyklen unter elektrischer Last. Sie hängt unter anderem von Schaltstrom, Schaltspannung, Lastart und Kontaktmaterial ab.

Elektrische Schaltleistung

Die elektrische Schaltleistung beschreibt, welche elektrischen Lasten ein Schalter zuverlässig schalten kann. Die zulässige Belastung ist von Spannung, Stromstärke, Lastart und Kontaktmaterial abhängig.

Temperaturverhalten

Das Temperaturverhalten beschreibt den zulässigen Einsatzbereich des Schalters unter unterschiedlichen thermischen Bedingungen. Je nach Anwendung können Werkstoffe, Schaltverhalten und Lebensdauer durch hohe oder niedrige Temperaturen beeinflusst werden.

Schutz gegen Umwelteinflüsse

Die Schutzart beschreibt, wie gut der Schalter gegen äußere Einflüsse wie Staub und Feuchtigkeit geschützt ist. Je nach Anwendung können unterschiedliche Abdichtungs- und Schutzkonzepte eingesetzt werden.

Schwingungs- und Schockbelastung

Vibrationen und mechanische Stöße können das Schaltverhalten und die Lebensdauer beeinflussen. Bei Anwendungen mit entsprechenden Belastungen müssen diese bereits bei der Auslegung und Einbausituation berücksichtigt werden.

Unsere Schalter im Vergleich

Mechanische Lebensdauer
MS001
1 Mio.
MS003
2 Mio.
MS007
1 Mio.
MF007
1,5 Mio.
Elektrische Lebensdauer (bei 3 A Nennlast)
MS001
100.000
MS003
100.000
MS007
100.000
MF007
100.000
Temperaturbereich
MS001
−40 bis +85 °C+ 120 °C bis 1 h
MS003
−40 bis +85 °C+ 120 °C bis 1 h
MS007
−40 bis +85 °C+ 120 °C bis 1 h
MF007
−40 bis +90 °C+ 120 °C bis 1 h

Diagnosefähige Mikroschalter

Unsere Mikroschalter können je nach Ausführung mit einer integrierten Diagnosefunktion ausgestattet werden. Durch die Integration von Widerständen und optional Dioden können neben dem eigentlichen Schaltzustand zusätzliche Informationen an das Steuergerät übertragen werden. Dadurch lässt sich nicht nur erkennen, ob der Schalter betätigt oder unbetätigt ist, sondern auch die elektrische Verbindung überwachen.

Diagnose mit einem Widerstand

Durch einen definierten Widerstandswert kann das Steuergerät den Zustand des Schalters überwachen. Gleichzeitig lässt sich erkennen, ob die elektrische Verbindung zum Schalter unterbrochen ist.

Schaltbild Öffner mit einem Widerstand R1

Diagnose mit zwei Widerständen

Durch zwei definierte Widerstände können verschiedene elektrische Zustände eindeutig unterschieden werden. Neben dem Schaltzustand können dadurch unter anderem ein Drahtbruch oder ein Kurzschluss erkannt werden.

Schaltbild Öffner mit zwei Widerständen R1 und R2

Diagnose mit Diode

Durch den Einsatz einer Diode können zusätzliche Informationen zur Stromrichtung beziehungsweise Polarität ausgewertet werden. Die elektrische Auslegung kann entsprechend der jeweiligen Anwendung und Kundenanforderung angepasst werden.

Schaltbild Öffner mit Diode

Schaltsysteme im Überblick

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Schraubenzugfedersystem

Eine Zugfeder erzeugt die für den Sprungmechanismus erforderliche Federkraft und sorgt für ein definiertes Umschaltverhalten.

Schaltbild Schraubenzugfedersystem mit zweimal NC und zweimal NO

Blattfedersystem

Der Schaltvorgang wird durch eine integrierte Blattfeder ausgelöst, die beim Erreichen des Schaltpunktes definiert umschnappt.

Schaltbild Blattfedersystem mit COM und NO

Federschaltsystem

Ein federbasierter Schaltmechanismus ermöglicht eine schnelle und definierte Kontaktumschaltung.

Schaltbild Federschaltsystem mit COM und NO